Stuttgarter Bote Online

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Geheime WhatsApp-Gruppe von Kartellamt enttarnt

Was viele Bundesbürger lange vermutet haben hat sich nun endgültig bewahrheitet. Laut einem Bericht des Bundeskartellamts haben die fünf großen Mineralölkonzerne, die den deutschen Tankstellenmarkt dominieren, seit Jahren regelmäßige Absprachen zur Preis- und Versorgungspolitik getroffen. Nach jahrelangen Ermittlungen des Bundeskartellamts gelang der Behörde nun der große Coup. Nachdem das Abhören von Telefonaten und Abfangen von Faxnachrichten keinen Erfolg gebracht hatte war die Behörde unter Druck geraten. Den Durchbruch brachte eine eher unkonventionelle Art der Beschattung.

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Nicht nur bei jungen Leuten beliebt: WhatsApp

Ein junger Digital Native hatte es geschafft, unter falschem Namen in eine geheime WhatsApp-Gruppe der Vorstandsvorsitzenden von Aral, Esso, Jet, Shell und Total zu gelangen. Die Gruppe namens „Die dunkle Seite der Macht“ diente, wie sich nach wenigen Tagen verdeckter Ermittlungen herausstellte, der Absprache zu regelmäßigen bundesweiten Erhöhungen der Benzinpreise. Markus Reindel, Ermittler des Bundeskartellamts hierzu: „Nachdem wir durch einen Insider-Tipp erfahren hatten, dass Stefan Brok, der Vorstandsvorsitzende von Aral, sein Smartphone verloren hatte, ergriffen wir die Gelegenheit beim Schopf und kontaktierten unter einer unbekannten Nummer die CEOs der anderen Konzerne. Kurz darauf folgte die Einladung in die geheime WhatsApp-Gruppe.“ Die Ermittler hatten Glück. Wenige Tage nach Entdecken der Gruppe fingen verschiedene Mitglieder an, sich Sorgen um die Geheimhaltung der höchst vertraulichen Gespräche zu machen.
Reindel vom BKartA hierzu: „Sie machten sich offenbar Gedanken, ob sie, ausgelöst durch den WhatsApp-Kauf von Facebook, mit ihrer Gruppe nicht zu einem sichereren Konkurrenten wie Threema oder Viber umziehen sollten.“ Glücklicherweise hatten die Ermittler, die bei der Suche nach illegalen Preisabsprachen bisher auf das Mitlesen von Briefen und Faxnachrichten gesetzt hatten, dieses Mal den richtigen Riecher. Den Konzernen drohen nun Sanktionen in Milliardenhöhe. Erste Stellungnahmen aus den Vorstandsetagen der Mineralölkonzerne ließen verlauten, dass sie eine „gerechte Strafe akzeptieren werden“ und für ihre „begangenen Fehler gerade stehen“ würden. Dass die milliardenschwere Strafe eine Erhöhung der Benzinpreise zur Folge haben könnte, wollten die Verantwortlichen zu diesem Zeitpunkt nicht ausschließen.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 22. April 2014 von in Deutschland.
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