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Primark im Milaneo – OB Kuhn erwägt „Textilsteuer“

Vor der umstrittenen Eröffnung der ersten Primark-Filiale im Stuttgarter Milaneo schaltet sich nun auch Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn in die öffentliche Diskussion um die Billigkette aus Irland ein. Demnach fordert er die Einführung einer „Textilsteuer“ auf alle Kleidungsstücke der Filiale im Milaneo. Er wolle damit ein „Zeichen gegen die Ausbeutung der 3. Welt setzen“ und gleichzeitig ein neues „Bewusstsein für Qualität und Verantwortung“ schaffen. Vorbild der Aktion sei beispielsweise die Einführung der Tabaksteuer, die bekanntlich nahezu alle Raucher in der Bundesrepublik zu gesundheitsbewussten Gegnern der Tabaklobby gemacht hat. Laut seinem Pressesprecher Michael Seiler könne er sich ebenfalls die Einführung abschreckender Bilder auf den sonst beliebten Papiertüten der Textilkette vorstellen. Bilder unterernährter Näherinnen oder eingestürzter Fabrikgebäude könnten Jugendliche vom Kauf der „moralisch stark belasteten“ Kleidung abschrecken und deren Konsumverhalten ändern.

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Hält nichts von Billigmode – Stuttgarts OB Fritz Kuhn

Die Vorschläge des OB heizen die Diskussion um die Billigmode aus dem Hause Primark weiter an, nachdem erst kürzlich das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft den Vorschlag eingebracht hatte, ein Pfand auf die Kleidungsstücke der Billigkette zu erheben, da laut einer unlängst veröffentlichten Studie des Instituts ERSA, die nach einmaligem Tragen weggeworfenen Kleidungsstücke inzwischen mehr Müll- und Umweltbelastungen verursachen würden, als Dosen und PET-Plastikflaschen dies jemals getan hätten. „Da die Fasern oft schon vor dem ersten Tragen durch den Kontakt mit nicht von Chemikalien verunreinigter Luft schwer geschädigt werden, hören wir immer wieder von Fällen, bei denen Kunden die Kleidungsstücke schon vor dem ersten Tragen wieder entsorgen müssen“, so die Pressesprecherin des Ministeriums. Dagegen soll ein Kleiderpfand in Höhe von 0,25 bis 0,50 € pro Kleidungsstück helfen. Würden die Kleidungsstücke nach einmaligen Gebrauch in die Filiale zurückgebracht, so könnte Primark diese recyclen und ohne Qualitätsverluste in Neuware verwandeln. Die Modekette und das Ministerium stehen derweil noch in Verhandlungen, möchten aber noch vor der Eröffnung des Einkaufszentrums im Herbst mit einem Lösungsvorschlag an die Öffentlichkeit treten.

(Bildquelle: http://www.fritz-kuhn.de)

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 20. April 2014 von in Politik, Stadtleben.

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